Beim ersten Schnorchelgang sind wir überrascht von der tropischen Fischvielfalt, ähnlich wie wir sie in Curaçao kennengelernt haben. Hier kommen noch ein paar Adlerrochen und Weissspitzenriffhaie dazu, am Nachmittag sogar ein kleiner Galapagoshai (ca 1.5m, sie werden bis 3m). Wir bewundern riesige bunte Fischschwärme, durch die wir im türkisblauen Wasser hindurch schwimmen können.


Rabida Island bietet dann all-in-one: Bei hohem Wellengang hüpfen wir ins Wasser und schon noch fünf Minuten begegnet uns der erste Adlerrochen. An einer Felsnase treffen Strömungen aufeinander und ziehen uns hin und her, dafür kommt schon der nächste Rochen, ein Weissspitzenriffhai ruht am Boden, und ein glitzernder Schwarm länglicher, weisser Meeräschen zieht vorbei. Plötzlich sehen wir unter uns eine riesige, dunkle Masse – es sind Galapagos-Salemas zu hunderttausenden oder gar Millionen! Eine gewaltige Masse glitzernder Fischlaibe, und als Kirsche drauf gleitet noch einmal ein Adlerrochen vorbei. So etwas haben wir beide noch nie gesehen.
Die Vielfalt der Unterwasserwelt ist grandios: diverse Rochen und Haie, Seelöwen, Pinguine, Meeresleguane gehören zu den grösseren Tieren. Dazu kommen die bunten Korallenfische wie Papageienfisch, Kaiserfische, Brassen in allen Farben und Formen. Ich sah unter einem Fels eine Languste mit meterlangen Antennen, die muss riesig gewesen sein. Es gibt Seegurken, Seesterne, hingegen nur wenige Korallen auf dem Lavagestein.
Aber man muss nicht einmal nass werden, um die Wasserwelt zu erleben: “Nur” ein Ausflug mit dem Zodiac steht auf dem Programm, aber der hat es in sich: Begleitet von Galapagos-Wellenläufern, die wirklich auf dem Wasser zu gehen scheinen, gelangen wir an eine mit Mangroven bewachsene Küste. Und hier jagen doch tatsächlich gut zwei Dutzend Galapagos-Pinguine Seite an Seite mit Pelikanen nach kleinen Fischen! Auch ein Seelöwe zeigt sich. Im türkisblauen Wasser entdecken wir Kuhnasen- und Adlerrochen sowie grüne Meeresschildkröten, auf den Ästen liegen Seelöwen und jagen Reiher. Viele Jungtiere finden in den Mangroven Schutz und Nahrung, zum Beispiel abertausende winziger Leopard-Kugelfische.
Highlight beim Schnorcheln ist ein spielfreudiger Seelöwe, der mindestens 20 Minuten um uns herum tollt (Edwin macht begeistert mit), auf uns zu rast und im letzten Moment abdreht (siehe auch Blog Fauna).











Tauchen
Bea möchte Hammerhaie sehen, und hier bei den Gordon Rocks ist die Gelegenheit dazu. Bei den drei Felsen, die einen ehemaligen Krater bilden, werden regelmässig Schulen von Hammerhaien gesehen. Wegen der Strömungen ist es kein Anfängertauchplatz, auch wenn heute ein extrem ruhiger Tag ist. Das bedeutet aber leider auch, dass wenig Action unter Wasser stattfindet. Trotzdem schwimmt ein grosser Hammerhai direkt an mir vorbei – das ist vermutlich der grösste Hai, dem ich je begegnet bin. Die Crew von Scuba Iguana ist super, sie haben genug Guides, um jene mit höherem Luftverbrauch früher an die Oberfläche zu schicken. So können wir auch Schildkröten, Rochen und kleinere Haie beobachten.





Am nächsten Tag kommt dann auch Edwin mit zum Tauchen. Lustigerweise geht bei Mosquera Island bezüglich Strömung die Post ab. Wir müssen einander festhalten und uns an den Sandboden pressen, um auf Hammerhaie warten zu können. Zum Glück ist noch ein zweiter Divemaster dabei, der Edwin mit dem Tarieren hilft. Leider sehen wir die Schule von Hammerhaien nur vage in trüben Wasser. Aber auch hier gibt es Weissspitzen-Riffhaie, Schildkröten, diverse Rochen, darunter sogar eine Mobula (kleine Verwandte der Mantas), eine grosse grüne Moräne. Beim zweiten Tauchgang beobachten wir etwa ein Dutzend Haie an einem Ruheplatz, festgeklammert an Felsen in der Strömung, und einige schwimmen neugierig um und herum. Fantastisch!







Fazit: Angesichts der hohen Preise für die Tauchgänge haben wir nicht so viel mehr gesehen als beim Schnorcheln. Aber wie immer in der Natur kann man mehr oder weniger Glück haben.
