Wegen den besonderen Tieren sind wir natürlich hergekommen… Jede Insel bietet ihr ganz eigenes Highlight, hier ein tiefblauer Katersee, um den die Darwin-Finken trillern (sie gehören eigentlich zur Familie der Tanager), dort flugunfähige Kormorane, hier Riesenschildkröten, dort Meeresleguane in Hülle und Fülle.
Wir haben grosses Glück, denn praktisch immer, wenn Jairo sagt “haltet nach dem und dem Ausschau”, dann entdecken wir es auch. Zum Beispiel die Galapagos-Schlange, die sich fast unter unsere Füsse schlängelt, den Galapagos-Bussard oder die Nazca Tölpel. Und wenn er sagt, wir sollen östlich von Isabella nach Walen suchen, entdecken wir tatsächlich die Fontänen zuerst von Brydewalen und am nächsten Tag sogar von Pilotwalen und einer Gruppe Delfine, die uns kurz spielerisch begleitet.
Wieder am nächsten Tag sagt Jairo, dass es junge Hammerhaie geben könnte und tatsächlich entdecken wir die eine oder andere Rückenflosse, die aus dem Wasser ragt. Da die anderen Haiarten am Boden bleiben, müssen es fast Hammerhaie gewesen sein. Wir sehen sogar Rochen, die gut meterhoch aus dem Wasser springen!




Reptilien
Auf Santa Cruz Island lernen wir endlich die Galapagos-Riesenschildkröten kennen! Es kann hier durchaus passieren, dass einem eine grosse Schildkröte die Einfahrt blockiert. So gesehen am Strassenrand, daneben ein leicht verärgerter Lastwagenfahrer. Links und rechts der Strasse sieht man die Tiere, die sich in der Morgensonne aufwärmen. Wir fahren zu einer Farm, wo Gras und Wasserlöcher für ideale Lebensbedingungen sorgen. In Gummistiefeln laufen wir über eine Wiese, über die verstreut grosse und kleine Schildkröten liegen, kriechen oder im Schlamm baden. Die Tiere können gut hüfthoch werden, die Männchen etwa dreimal so gross wie die Weibchen. Sie muten prähistorisch an und bewegen sich wie in Zeitlupe.
Den Lebenszyklus der Tiere lernen wir in der Charles Darwin Breeding Station kennen. Die Riesenschildkröten wurden wegen ihres Fleisches von Seeleuten im 17.-19. Jh fast ausgerottet. Auch nach dem Schutz der Inseln 1959 hatten noch viele Schildkröten (und andere endemische Arten) grosse Probleme, vor allem durch eingeschleppte Tiere. Also beschlossen die Wissenschaftler die Aufzucht der Tiere. Nester wurden ausgegraben, die Eier markiert und in Brutkästen zum Schlüpfen gebracht. Die Jungen bleiben fünf Jahre in der Station, bis sie gross genug sind, dass ihnen Katzen oder Hunde nichts mehr anhaben können. Das Programm war so erfolgreich, dass sich heute auf mehreren Inseln wieder stabile Riesenschildkröten-Populationen selbst erhalten können.
Auf der Insel Isabela besuchen wir Riesenschildkröten in ihrem natürlichen Lebensraum. Wir gehen an einem Strand an Land, spazieren 20 Meter, und schon kriechen einem die ersten dieser Echsen beinahe zwischen den Beinen durch. Auf einem Spaziergang von wenigen hundert Metern treffen wir über 20 oder sogar 30 dieser Tiere in allen Grössen an.








In Südamerika gibt es überall Selfie-spots. Diesen hier fanden wir am originellsten…


Andere Reptilien





Im Gebüsch liegt immer mal wieder ein hübscher, gelb gefärbter Landleguan. Die Männchen werden bis zu 80 cm lang. Auf sandigen Flächen weist uns Jairo auf ihre Nester hin.
Auf allen Inseln treffen wir die Lava-Eidechsen an, die hübsche Fotosujets abgeben. Jede Insel hat ihre eigene, endemische Art.
Ein weiterer Traum ging in Erfüllung, nämlich mit Meerechsen zu schwimmen! Die Galapagos-Meerechsen sind die einzigen Echsen, die auch im Meerwasser fressen, nämlich Algen, die auf Felsen wachsen. Wenn ein El Niño-Wetterphänomen die Wassertemperaturen zu sehr ansteigen lässt, wachsen die Algen nicht, und die Meerechsen sterben zu hunderten oder tausenden. Bei unserem Besuch können wir aber keinen Mangel entdecken, und besonders an einem Strand auf Santiago müssen wir aufpassen, nicht auf die Tiere zu treten!





Säugetiere
Absolutes Highlight unserer Reise! Bei einem Schnorchel-Ausflug auf Isabela schwimmt ein junger Galapagos-Seelöwe um uns herum und fordert uns zum Mitspielen auf. Besonders die Unterwasser-Kamera fasziniert ihn. Er schwimmt auf uns zu und wendet erst Millimeter vor der Taucherbrille ab. Schlägt er Purzelbäume und macht man mit, animiert ihn das zu noch mehr Unterwasser-Akrobatik. Gute 2 Minuten erfreut er sich an uns und wir uns an ihm! Auch bei einem späteren Tauchgang begegnen wir mehreren Seelöwen, aber keiner spielt mit uns. Denn ein grosses, altes Männchen ruft mit Gebrüll die Jungen zurück, die folgsam umdrehen.







Als klare Zivilisationsfolger sind die Seelöwen auch in der Stadt Puerto Ayora allgegenwärtig. Sie schlafen auf dem Pier und unter Docks und lassen sich von Touristen nicht stören. Sogar auf der Schwelle eines Souvenirladens hockt einer, der wird aber gefüttert (was verboten ist…).
Viel reservierter und auch weniger zahlreich sind die kleineren Galapagos-Seebären. Die Männchen haben eine pelzige Mähne, daher der Name. Wie der deutsche Name “Pelzrobbe” sagt, wurden die Tiere im 19. Jh wegen ihres Fells gejagt und fast ausgerottet.
Vögel












Auf North Seymour Island spazieren wir durch eine Fregattvogel-Kolonie, es ist gerade Paarungszeit. Etliche Männchen präsentieren ihre roten Kehlsäcke und wir lassen unsere Kameras fleissig klicken. Hier nisten zwei der drei Fregattvogelarten, Pracht- und Binden-Fregattvogel (engl. magnificent und greater). Die Jungen sind wollig, wie in Watte gepackt. Wir beobachten die omnipräsenten Vögel auch beim Fischen, nur der Schnabel taucht ins Wasser ein. Noch cooler fischen aber die Pelikane, die wie Geschosse aus der Luft ins Wasser tauchen.
Begeistert sind wir natürlich auch von den am weitesten nördlich lebenden Pinguinen der Welt. Wir beobachten sie beim Fischen, beim sich-Putzen und einmal sogar beim Schnorcheln – auch ein mega-Highlight!
Ein besonders charmantes Aushängeschild des Archipels sind die Blaufuss-Tölpel. Sie sehen nicht nur niedlich aus, sondern haben einen allerliebsten Paarungstanz (wir sind leider zur falschen Jahreszeit dort). Ausserdem ist türkis meine Lieblingsfarbe 😀
Wir entdecken auch die seltenen Nazca-Tölpel, nur die Rotfusstölpel dürfen wir nicht besuchen: die Insel Genovesa ist für Touristen gesperrt, weil dort die Vogelgrippe aufgetreten ist.
Als Evolutionsbiologin interessieren mich natürlich die Darwin-Finken. Es gibt 14 Arten, und sie haben sich durch Spezialisierung auf bestimmte Nahrung entwickelt. Sie besetzen so alle ökologischen Nischen vom Samen- zum Insektenfresser. mir gelingen auch Fotos von Spottdrosseln, Fliegenschnäpper und Taube: alle sind endemisch.











Ihr Lieben, was für tolle Erlebnisse und Eindrücke. Vielen Dank, dass ihr das alles so detailliert mit euren Freunden teilt. Ich wünsche euch weiterhin viel Freude auf eurer wunderbaren Reise. Herzlich, Daniela