Trekking in grossen Höhen

Endlich schafft es auch Bea auf über 5000m Höhe, nach wochenlanger Akklimatisation auf 3700-3900m in La Paz und am Titicacasee. Wir wandern für drei Tage durch die Cordillera Real (Königskordillere), stets auf über 4500m Höhe, durch die raue, mit Lagunen gespickte Andenlandschaft. 

Unser Trekking-Guía Jorge ist ein echter Altiplano-Bolivianer. Er ist 66, hat dunkle, wie Leder geerbte Haut, misst etwa 1.50m – und läuft uns mühelos davon. Dreimal überschreiten wir die 5000m-Marke, am ersten Tag mit dem Pico Austria (5300m). Diesen beliebten Akklimatisationsberg für grössere Touren teilen wir mit gut 20 anderen Touristen. Bea wartet mit Kopfschmerzen auf dem Pass (5100m) auf den Gipfelstürmer Edwin, bewacht von Jorge, der von ruchlosen Berglern erzählt, die Touristen ihre Jacken abnehmen.

Die Nacht ist kalt und sternenklar und wir geniessen den Blick auf die Milchstrasse. Am Südhimmel sieht man etwas mehr Sterne als im Norden, da das Zentrum der Milchstraße etwa 20 Grad südlich des Äquators liegt (Quelle: Wikipedia). 

Am Morgen starten wir mit dem ersten Licht und erklimmen den Condoriri-Pass (5100m). Der Name bedeutet Kopf des Kondors, weil der markante Zacken dieses Namens an den Vogel erinnern soll. Er leuchtet im ersten Sonnenschein.

Wir durchqueren Hochtäler und Schwemmebenen, kommen an vorsichtigen Lamas (für Fleisch), Alpakas (für feine Wolle) und pelzigen Kühen vorbei. Viehzucht auf über 4000m!

Bunte Lagunen

Die zweite Nacht teilen wir unser bescheidenes Beton-Refugio mit Strohmatrazen mit einem Kalifornier pakistanischer Herkunft. Da er kein Spanisch spricht, hat er viel Gesprächs-Nachholbedarf. Wir sind aber mehr auf den Nachbarn neugierig, der Lamas hütet. 200 Stück, die ihm und anderen gehören. Alle 14 Tage wechseln sie sich mit Hüten ab, ganz allein hier oben. Ein Lama bringt gut 1000 Bolivianos (135 CHF) ein, Lamafleisch soll sehr nachgefragt sein. 

Gelegentlich sehen wir alte und neue Spuren des Bergbaus, verfallene Häuser und Löcher in Berghängen. Bauxit wird heute noch abgebaut, die Lagunen dort sind giftig rostrot und gelbgrün gefärbt. 

Paso del caracol (Schneckenpass)

Am nächsten Morgen geht es Edwin elend, er hat kaum geschlafen und der Magen tut auch nicht recht. Im Schneckentempo (langsamer als Bea!) müht er sich den Zongopass (5100m) hinauf. Zum Glück hat der Kalifornier einen Transport gebucht und wir können zum Base Camp des Huayna Potosi mitfahren. Ob Edwin diesen (seinen lang ersehnten 6000ender!) besteigen werden kann? Lest im nächsten Blog weiter! 

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