Schweisstreibende, bunte Karibik

Santa Marta, die Erste

Wir sammeln Höhepunkte und auch Santa Marta. Dies ist die erste (1525!) dauerhafte spanische Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Kolumbien. Für uns ist sie v.a. ein Zwischenstopp zum Tayrona Nationalpark, einem Juwel aus Dschungel und traumhaften Meeresbuchten.

Eigentlich wollten wir von Villa de Leyva mit dem Bus an die Karbikküste. Aber mind. 22 Stunden – erfahrungsgemäss eher 26+ Srunden – im Bus zu verbringen, war uns entgegen unserer Vorsätze dann doch zu viel. Kolumbien ist riesig, knapp doppelt so gross wie Frankreich und hat mit 52 Millionen ähnlich viele Einwohner wie Italien.

Santa Marta ist eine lebhafte, bunte und laute koloniale Altstadt, viel herausgeputzter und lebendiger als bei Beas Besuch vor 10 Jahren. Wir lassen uns treiben, von der lebhaften Strandpromenade über eine – für Nordeuropäer extrem laute – Barmeile in eine cerveceria mit cervezas artesanales. Wir unterhalten uns köstlich mit mehr oder weniger betrunkenen Colombianas, eine lädt uns gleich nach Medellin ein.

Wir geniessen das zweite, superentspannte Boutique Hotel Comunidad Calle 13 mit Jacuzzi auf dem Dach! Das erste, vom Reiseführer empfohlene Hostel ist “from hell” – unsauber, düster, unfreundlich. Letzteres gibt es in Kolumbien wirklich kaum. 

Für unsere Dschungelabenteuer übernimmt Edwin das Wort, wollte er doch unbedingt hierhin. Zum Glück! 

Gut gebrüllt, Affe!
Ich wollte zuerst auf ein viertägiges Dschungeltrekking zur Ciudad Perdida, eine grosse, vorkolumbianische Dschungelstadt, die erst in den 1970ern wiederentdeckt wurde. Aber da dieses mittlerweile für uns zu massentouristisch und zu teuer ist, wenden wir uns einer zweitägigen Wanderung im Parque Tayrona zu. Die Empfehlung von Monika und Hector entpuppt sich als hervorragend!

Von Calabazo aus geht es in ein paar Stunden schweisstreibenden Fussmarsches steil hoch in den tropischen Regenwald. Das indigene Pueblito ist seit 6 Jahren für Touristen geschlossen. Wir hätten die Steinterrassen gerne besucht und staunen und rätseln, dass die Indigenen einfach den Zutritt verweigern (können). Aber hol’s der Geier!


Wir sehen Kapuzineraffen, bunte Vögel, handtellergrosse blauschillernde Morpho-Falter und Blattschneideameisen. Die Verwandtschaft des Menschen mit dem Affen ist gut hörbar: Diejenigen, die Death Metal etwas abgewinnen können, erkennen die Ähnlichkeit des gutturalen Sprechgesangs mit den furchterregenden Lauten der Brüllaffen. Wir sind fasziniert, warten lauschend und werden belohnt: Eine Gruppe von 5-8 rostrot-braunen Brüllaffen zeigt sich hoch oben in den Ästen über uns. Sie markieren ihr Territorium gegenüber uns Eindringlingen und wir weichen den Körperausscheidungen gerade noch aus. Es riecht wie im Affenhaus im Zoo Zürich.

Wir übernachten in hamacas, Hängematten mit Moskitonetzen. Das tönt zwar nach Dschungelabenteuer und Indiana Jones, aber soo bequem ist es für uns Europäer dann doch nicht. (Anm. Bea: Je länger die Gliedmassen, desto schwieriger 🙂 )

So wohnen wir
Die wohnen hier


Beach Hopping
Die nächtliche Rückensteife vergesse ich bald nach Eintauchen in den Regenwald und beim Schlendern an palmengesäumten Buchten mit wildem Wellengang.

So ähnlich stelle ich mir das (karibische) Paradies vor. Mehrfach hören wir wieder Gruppen von Brüllaffen (Hörprobe auf FindPenguins). Nach mehreren Buchten kündet sich mit lautem Merengue und kühlen cervezas die Zivilisation an. Wir könnten, wie so viele Colombianos, auf Pferden zum Parkausgang reiten. Aber Bea kann diese Art von Tourismus nicht gut heissen: Die Pferde wirken klapprig, sind teilweise nicht gut gehalten und die Touristen reissen am Zaumzeug.

Santa Marta, die Zweite
Nina und Michael treffen wir am nächsten Tag in Santa Marta. Ich habe mit ihr an der ZHAW gearbeitet und sie sind seit 1,5 Jahren mit ihrem Segelschiff Serendipity IV auf Weltumrundung. Sie erklären, dass das Meer vor Santa Marta wegen des hohen Küstengebirges von bis 5000 m heftigste Winde erfährt und deswegen sehr wild sein kann. Sie selbst mussten bei stürmischen, grenzwertig gefährlichen Verhältnissen das Meer durchqueren.

Und schon sitzen wir wieder in einem Bus. Es geht nach Cartagena – die Perle der Karibik. Bleibt dran und lest von Sonnenuntergängen auf der Stadtmauer und schaut bunte Fotos an!

1 Gedanke zu „Schweisstreibende, bunte Karibik“

  1. Wie schön, dass ihr eure Erlebnisse so detailliert mit uns teilt. Wir freuen uns für euch, dass eure Reise so toll ist. Viel Spass in Cartagena. Eine interessante Stadt. Wir waren auch mal einen Tag da, als wir 2008 eine Kreuzfahrt durch den Panamakanal gemacht haben. Weiterhin viel Spass und passt auf euch auf.
    Herzlich, Daniela und Hannes

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