Quito erreichen wir mit 24h Verspätung, nachdem unser Flug nach Bogotá abgesagt wurde. Dafür geniessen wir ein tolles Hostal (el Viajero, Tipp!) mit Pool-Tisch und eigener Minibrauerei. Mit unserem neuen Freund Carlos aus Kolumbien probieren wir das leckere Bier ausgiebig. Mit ihm entdecken wir auch den Mercado Central, wo es für wenig Geld leckeres ecuadorianisches Essen gibt. Mir schmeckt Llapingacho, mit Käse gefüllte Kartoffelpuffer, Edwin Ceviche mit Crevetten.
Quito lifestyle



Wir beschliessen, einen Stadtrundgang zu machen. Geführt vom guia Dani flanieren wir über die Plaza Grande mit der Unabhängigkeitsstatue, den Erzbischofspalast, der nun ganz profan Shops und Restaurants enthält. Er erzählt uns Geschichte(n) und Kuriositäten (z.B. warum einer der Puttenengel an der Fassade gegenüber der Jesuitenkirche einen Penis hat – der Erbauer sei wohl kirchenfeindlich gewesen) und bringt uns ein paar Wörter Quichua bei. Pai = danke, und yapa ist ein kleines Extra, das man beim Einkaufen bekommt. Und ein encebollado (Eintopf aus Zwiebeln, Fisch und Yucca) hilft gegen Hangover (chuchaqui). Wir probieren lokale Süssigkeiten (mit Likör gefüllte Zuckerbonbons) und hiesige Schokolade. Ein Genuss! Auf der Strasse verkauft eine Indiofrau Cocablätter, die will ich haben, da ich die Höhe nicht gut vertrage (Fazit: der Cocatee hilft zwar und nimmt die Müdigkeit etwa wie Kaffee, hält aber auch nur eine begrenzte Zeit an). Das Wetter ist typisch Regenzeit: praktisch jeden Morgen ist es sonnig und jeden Nachmittag schüttet und gewittert es. Ein Hoch auf unsere Ultraleicht-Regen-plus-Sonnenschirme!
Es ist Sonntag und Menschenmassen strömen aus allen Ecken Quitos in die Innenstadt. Die Metro ist erst seit Dezember in Betrieb, und für viele Quiteños ist es ein Ausflug, die Metro auszuprobieren, und sich wieder einmal im per Bus nur umständlich zu erreichenden Zentrum umzuschauen. Wir schmunzeln, wenn ältere Damen sich mit dem Scannen des QR-Codes schwer tun. Für uns sind Metros alte News.





Ziemlich cool finden wir die auf einem Hügel stehende Kathedrale, für die Notre Dame in Paris Vorbild stand. Sie wurde 1986 nach über 100-jähriger Bauzeit fast beendet. Fast, wie uns unser Guide erzählt, weil die Diözese für eine beendete Kirche Steuern an den Vatikan zahlen müsste… Der 360°-Ausblick von den Türmen über die Stadt im Tal ist ein paar Dollars wert. Dollars, denn schon seit dem Jahr 2000 verwendet Ecuador den US-Dollar als Währung. Kirchen, Kirchen, und nochmals Kirchen (heute meist Museen) sind die Sehenswürdigkeiten von Quito, abgesehen von den Fassaden der Kolonialbauten (UNESCO-Welterbe). Die Kirchen wurden angeblich meist auf Sonnenanbetungs-Stätten der Indigenen gebaut.


Edwin, der Berg ruft!
Für uns ist Quito, das auf 2800 m Höhe liegt, auch eine Chance für die Akklimatisierung für die hohen Berge, die vor allem Edwin besteigen möchte. Bea verträgt die Höhe nicht so gut, leider. Ein Tagesausflug führt uns auf den Pasochoa, 4200 m, wo die Wegfindung etwas schwierig ist. Was ist Kuh-Trampelpfad und was Wanderweg? Da es Privatland ist, erwarten wir jeden Moment einen erbosten Campesino mit Mistgabel. Wir begegnen aber nur ein paar friedlichen Kühen und Stieren und schaffen es auch diesmal ohne Regenschauer auf den Gipfel und zurück. Wie es aussieht, wenn man durch den Páramo läuft, also die Hochgebirgsvegetation, zeigen wir euch auf FindPenguins. Ganz zum Schluss begegnen wir noch zwei Lobos del Páramo – Andenschakale. Die Verwandtschaft zum Hund wird deutlich, als sich einer genüsslich in etwas wälzt, was vermutlich Sch… oder Aas ist…




Den Pichincha Rugu, 4700m, lässt sich auch Bea nicht entgehen, man kann nämlich mit der Seilbahn (Teleferico) bis auf 3900m hinauffahren! Wir erwischen einen sonnigen und klaren Tag und geniessen den Rundumblick über die ausgedehnte Stadt (siehe FindPenguins).




Busfahren auf Ecuadorianisch
Und schon fahren wir weiter in das kleine Dorf Machachi, unserem nächsten Basecamp. Die Fahrt im überfüllten Bus ist wieder mal witzig, denn die Gringos bekommen den Ehrenplatz auf einer Bank direkt hinter dem Fahrer. Wir beobachten, wie dieser Gas gibt, bremst, Gas gibt, bremst, während sein Assistent an der Tür die Fahrziele brüllt, und Passagiere in den Bus hechten oder wieder herausstürmen, damit ja keine Zeit verloren geht. Eine dritte Person kassiert das Fahrgeld. Wir finden das System einerseits erstaunlich effizient, andererseits hält der Bus auf Wunsch der Fahrgäste an jeder Strassenecke. Die Express-Kurse, die weiter entfernte Ziele direkt anfahren, halten nun mal nicht im unbedeutenden Machachi…
In Machachi wird es dann mit den hohen Bergen ernst. Mehr dazu später…
