Galapagos Teil 1: Farbenpracht und tolles Essen

Wie soll man so viele Eindrücke und Bilder, wie wir sie auf Galapagos aufnahmen, nur strukturieren und vermitteln? Ich versuche es mit einer Reihe: Unsere ganz persönliche Galapagos-Monografie in vier Teilen. Viel Spass beim Lesen!

Teil 1: Die Inselwelt

Die enormen Unterschiede zwischen den Inseln gehörten zu dem, was uns am meisten überraschte und begeisterte. Von den Farben und Formen über die Vegetation (oder deren Fehlen) bis zu den spezifischen Tiervorkommen bietet jede Insel etwas Neues.

Zum Verständnis hier eine Blitzgeographie des Archipels für euch: 19 grössere und viele kleine Inseln und Felsen, die 1000m vom südamerikanischen Festland entfernt aus dem Meer ragen. Sie liegen auf einem sogenannten vulkanischen Hotspot. Dieser bleibt immer am gleichen Ort, aber weil sich die Nazca-Platte verschiebt, schafft die daraus blubbernde Lava immer neue Inseln. So kommt es, dass die östlichen Inseln älter sind als die westlichen, auf denen es noch aktive Vulkane gibt. So kann es auch sein, dass das Alter einzelner endemischer Arten von Schildkröten oder Vögeln mehrere Millionen Jahre betragen kann. Sie sind einfach auf Inseln entstanden, die es heute nicht mehr gibt.

Baltra ist unsere erste Station, angeblich benannt nach Überbleibseln der amerikanischen Stationierung im 2. Weltkrieg. Entzückt begegnen wir unserem ersten Pelikan und der ersten Landechse. In einer sehr salzhaltigen Lagune steht ein Flamingo auf einem Bein. Es folgt die erste Mangrove, die ersten Fregattvögel über uns, das erste Bad im Meer, es ist mit 27 Grad wunderbar warm. 

Hier muss ich kurz unseren Guide vorstellen: Jairo ist hauptberuflich Jurist und wuchs auf den Galapagos-Inseln auf, er macht diesen Job schon seit 13 Jahren. Er hat also viele Geschichten auf Lager. Er kann sich für die Tierwelt ebenso begeistern wie für Lavaformationen, und hat die Fachausdrücke für alles bereit. Unsere fröhliche Gruppe (siehe “Unser” Schiff) macht ihm offensichtlich Spass.

Bartholomé Island ist eine kleine grau-braune Felseninsel, auf der nur sehr hitze-tolerante, anspruchslose Pflanzen gedeihen, etwa die geisterhafte graue Matplant. Natürlich ist sie endemisch, kommt also nur hier vor, wie so viele Arten auf den Galapagos-Inseln. Wir spazieren über rotes Gestein und bewundern die kuriosen Lava-Formationen. Wer hätte gedacht, wie viele Lavaformen es gibt! Jairo hat ein Faible für Geologie und kann sich minutenlang über Formationen, Fumarolen und Magma auslassen. Ein weiteres Highlight am heutigen Tag sind die ersten beiden Galapagos Pinguine, die sich von unserem Schlauchboot keineswegs stören lassen und sehr pittoresk die eindrückliche Felsnadel namens Pinnacle Rock verschönern.

Santiago Island wurde erst vor 150 Jahren mit Lava übergossen und ist noch immer eine schwarze Steinwüste. Die Formen der erkalteten Lavaflüsse sind spektakulär – wir schwanken, ob sie eher wie Kuhfladen oder Kuchenteig aussehen. Aber sogar hier gedeihen schon Lava-Kakteen und winzige Landpflanzen, die spannenderweise ihren Kohlenstoff aus dem Calciumcarbonat beziehen, das mit der Lava vermischt ist.

Die kleine Insel Rabida hat wieder einen anderen Charakter, nämlich roten Fels und roten Sand. Hinter dem Strand schimmert als Gegensatz eine extrem salzhaltige Lagune gründlich. Zwei Flamingos stehen auf (je) einem Bein. Ich fotografiere begeistert die Galapagosfinken und -Spottdrosseln. Hier gedeihen viele grosse Feigen-Kakteen. Sie blühen gelb und werden von der einzigen hiesigen Bienenart, der Galapagos-Holzbiene (die so gross wie eine Hornisse ist!), bestäubt. Der Kontrast zum türkisblauen Wasser ist wunderschön.

Santa Cruz ist die am stärksten besiedelte Insel. Der Tourismus konzentrierte sich lange auf Puerto Ayora, den Hauptort. Immerhin lebt hier zwischen Kühen und Autos eine gesunde Population von Riesenschildkröten (siehe Fauna, nächster Blog). Deshalb haben wir hier Landgang und geniessen ein äusserst leckeres Eis. Und durch einen kilometerlangen, mehrere Meter hohen Lavatunnel spaziert man auch nicht alle Tage.

Nach einer langen Überfahrt erreichen wir Isabela, die grösste der Inseln. In ihren Mangrovenwäldern gedeiht der Nachwuchs von Haien und vielen anderen Meerestiefen. Hier lebt – natürlich – je eine eigene Art Riesenschildkröten und Lava-Eidechsen. Allmählich schreitet auch hier die Ausrottung von Ziegen und anderen eingeschleppten Organismen voran, sodass ihr Überleben gelingen könnte. Die sechs Vulkane sind alle noch aktiv. Auf Fernandina brach doch tatsächlich der Vulkan aus, nur wenige Stunden nachdem wir von dort weggefahren sind. So schade, das zu verpassen!

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